Memo Crime/ Denk-Krimi

memocrime.jpg Kriminalfälle werden konstruiert und nacherzählt
Rezension Memo Crime in PDF


Was für ein Spieltyp:
Kreatives Gedächtnisspiel


Einsatz im DaF-Unterricht:
Wortschatz: Kriminalfälle
Grammatik: Satzbau, Präteritum, Passiv, Konnektoren, Wechselpräpositionen…
Konzentration- und Gedächtnistraining
Transfer Lernhilfen*
Fantasie und Kreativität werden gefordert
Leseverstehen (Ereigniskarten)


Niveau:
evtl. schon ab B1, besser B2


Gruppengröße:
2 – 6 (12)


Mehrere Gruppen möglich ?
Nein, aber Teambildung möglich und empfohlen (die SpielerInnen in einem Team können sich gegenseitig unterstützen)


Dauer:
Ab 45 Minuten


Was das Spiel enthält:
1 beidseitig bedruckter Spielplan, je 6 Spielfiguren und Karrieresteine, 1 Würfel, 128 Wortkarten(Hinweiskarten) und 36 Ereigniskarten


Worum geht es:
Auf dem Spielfeld gibt es 4 bzw. 6 unterschiedlich gestaltete Schreibtische, die untereinander mit Lauffeldern verbunden sind. Die Kriminalisten (Spielfiguren) würfeln und ziehen von Schreibtisch zu Schreibtisch.


Auf jedem Schreibtisch wird ein Kriminalfall eröffnet bzw. rekonstruiert. Und zwar werden durch Indizien in Akten (Wortkarten) Kriminalfälle erzählt. Je mehr Indizien auf einem Schreibtisch liegen (so viele, wie Spielfiguren vorbeikamen), desto länger wird der Kriminalfall. Jedes Mal, bevor man eine Akte mit einem neuen Indiz (Satz) ergänzt, muss man den schon bekannten Tathergang wiederholen und dabei die Indizien (Wörter auf den Wortkarten) in der richtigen Reihenfolge in die Geschichte einbauen. Waren die Angaben richtig, rückt der Kriminalist in der Karriereleiter nach oben (mithilfe eines Karrieresteins). Umgekehrtes gilt, wenn er sich an ein Wort nicht erinnern kann. Danach zieht er/sie ein neues Indiz und erzählt die Geschichte weiter.


Hinzu kommen auf dem Spielfeld Ereignisfelder und Ereigniskarten.
Das Spiel endet, sobald jemand Polizeipräsident (oberste Karrierestufe) oder Staubputzer im Archiv (unterste Karrierestufe) geworden ist. Das Spielende kann auch anders festgelegt werden, zumal das in der Spielanleitung vorgegebene Ende sich hinauszögern kann.


Dem Spiel liegt das Lernprinzip zugrunde, dass durch Verknüpfung von Wörtern zu einer Geschichte, die einzelnen Wörter besser erinnert werden können –


ähnlich wie bei dem Spiel Memo Story


Variationen/Erfahrungen mit dem Spiel im DaF-Unterricht: *Das Spiel zeigt/trainiert u.a., wie Wortschatz besser erinnert werden kann, nämlich durch inhaltliche Verknüpfung. Deshalb kann der Einsatz dieses Spiels u.a. im Rahmen einer Einheit „Lernen lernen“ sinnvoll sein.


Das Spiel funktioniert sehr gut in kreativen Gruppen und bietet eine willkommene Abwechslung. Durch die mehrmalige Wiederholung der Fälle wird sowohl der Wortschatz gelernt, als auch Satzbau und Grammatik in den Sätzen geübt. Zu Beginn bietet sich eine gemeinsames Gespräch über die Spielfläche an (Was befindet sich auf den Schreibtischen? Welchen Schreibtisch findet man persönlich am besten?)


Das Spiel kann aber auch zäh und langatmig durch Überforderung werden (als Gedächtnistraining für MuttersprachlerInnen gedacht!), da viel gleichzeitig verlangt wird (oft unbekannter Wortschatz, sich mehrere Fälle gleichzeitig merken müssen, kreativ Fortsetzungen finden und dann noch die Sätze grammatikalisch richtig formulieren). Deshalb sollte das Wortfeld Krimi zuvor eingeführt werden (v.a. Verben, die für dieses Spiel gekonnt werden müssen). Und es ist durchaus sinnvoll, Zweierteams zu bilden, die sich gegenseitig unterstützen können.


Unsere Wertung:
+ interessante und sehr ansprechende Aufmachung, die neugierig auf das Spiel macht
+ große Auswahl an Wortkarten, so dass zu abwegige Wörter ignoriert werden können


– ziemlich teuer


Autor/Spieleverlag:
1997 von Max Kobbert in der Reihe Think beim Ravensburger Verlag erschienen


Anmerkungen:
Die Farbe und das Design der Verpackung wurden mehrmals verändert. Der Name des Spiels ist neuerdings: Denk-Krimi. Ältere Ausgaben heißen Memo Crime. Der Inhalt ist in allen Spielen derselbe.


Preiskategorie: 5

Kommentare

Ein Kommentar:

  1. Ludolingua - Spiele im Fremdsprachenunterricht » Morbider Wortschatz für Krimispiele am 10.November 2008 um 00:04 Uhr

    [...] In Krimis (und in Polizeiberichten/Nachrichten) fließt oft Blut. (Nicht nur) die deutsche Sprache hat einen differenzierten morbiden Wortschatz. Hier findet ihr davon eine Auswahl, nützlich z.B. für die Spiele “Black Stories” oder “Memo-Crime“: [...]

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