Fünf Sinne
Eine wirklich schöne Unterrichtseinheit ist: Lernen mit allen Sinnen. Diese kann in verschiedene thematische Kontexte eingebettet sein z.B. Körper, verschiedene Lernertypen, Erfahrungen/Gefühle/Erinnerungen, als Vorbereitung auf den Film „Jenseits der Stille“ oder „Erbsen auf halb sechs“...
Innerhalb dieser Einheit werden alle Sinne erfahren und dabei wird jede Menge Wortschatz gelernt. Der Austausch über die verschiedenen Sinneserfahrungen bietet einen natürlichen Anlass zur Konversation. Innerhalb der Gruppe sollte allerdings eine vertrauensvolle Atmosphäre herrschen.
- Hören: verschiedene Geräusche werden gemacht. Die Gruppe hört mit geschlossenen Augen die Geräusche. Anschließend werden die gehörten Geräusche an der Tafel gesammelt („Welche Geräusche habt ihr gehört?“).
- Tasten: verschiedene Objekte werden mit geschlossenen Augen erfühlt. Anschließend werden die gefühlten Objekte und Qualitäten (weich, hart, rund, kalt etc.) an der Tafel gesammelt („Was habt ihr gefühlt?“).
- Schmecken: verschiedene Lebensmittel werden mit geschlossenen Augen probiert. Anschließend werden sie und die verschiedenen Geschmacksrichtungen (süß, sauer, bitter…) an der Tafel gesammelt („Was habt ihr geschmeckt?“).
- Riechen: verschiedene Düfte werden mit geschlossenen Augen gerochen. Anschließend werden die entsprechenden Wörter an der Tafel gesammelt („Was habt ihr gerochen?“).
- Sehen: verschiedene Dinge werden unter einem Tuch versteckt. Das Tuch wird entfernt und die Gruppe hat 1 Minute Zeit sich die Gegenstände zu merken. Die Gegenstände werden wieder zugedeckt und zu zweit auf einem Blatt Papier oder gemeinsam im Gruppenbrainstorming an der Tafel notiert („Was habt ihr gesehen? An welche Gegenstände erinnert ihr euch?“). Varianten: die Gegenstände werden nach dem Prinzip „laufendes Band“ gezeigt und sollen danach erinnert werden. Oder: pantomimisch werden Begriffe oder Tätigkeiten gespielt, die die Gruppe erraten soll. Das Spiel „Fotoklick“ ist eine weitere Variante (bedarf keiner Vorbereitung).
Anschließend erfolgt eine Auswertung über die gemachten Erfahrungen (Was hat dir am besten gefallen? Was war angenehm/ unangenehm/ schwierig/ einfach/ überraschend/ fremd etc ? Welchen Sinn finde ich am wichtigsten? Welche Wörter kann ich mir am besten merken ?/ verschiedene Lernertypen etc.)
Vorbereitung: Der Gruppe wird die Gesamtkonzeption erklärt. Dann wird sie in 5 Kleingruppen mit jeweils einer Aufgabenstellung aufgeteilt (z.B. „Bereitet 10 Geräusche für die anderen vor!“). Jede Gruppe bekommt ca. 20-30 Minuten Zeit zur Verfügung, um ein Spiel vorzubereiten, das sie anschließend mit dem Rest der Gruppe durchführt. Sollten die Möglichkeiten zur Aufgabenerfüllung begrenzt sein (z.B. keine Lebensmittel in näherer Umgebung), können die Gruppen sich auch besprechen und die Dinge für den nächsten Tag mitbringen. Der/die Lehrer/in kann auch alle Spiele selbst vorbereiten, so dass die Gruppe bei allen Spielen mitmachen kann. Dies bedeutet jedoch eine gründliche Vorbereitung und einen gewissen Zeitaufwand für die Zusammenstellung der Gegenstände. Vorstellbar ist auch, die 5 Sinneserfahrungen auf 5 Unterrichtstermine aufzuteilen.
Anmerkung: Manchmal haben Teilnehmer/innen Angst die Augen zu schließen oder Schwierigkeiten sie geschlossen zu lassen. Bei allen Spielen sollte also das Prinzip der Freiwilligkeit gelten. Manche Spiele lassen sich auch mit geöffneten Augen durchführen z.B. beim Hören: mit dem Rücken zur Geräuschquelle sitzen, beim Tasten: Hände hinter dem Rücken öffnen.
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